Ausstellung beim Umweltfotofestival „horizonte“ Zingst, 29. Mai bis 2. Juni 2026






Abschlussprojekte
„Verlorene Nacht“, Andrea Gatzke
„Verlorene Nacht“ setzt sich mit den Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf nächtliche Ökosysteme auseinander. Fotografiert wurden Bäume und Landschaftsausschnitte ausschließlich unter vorhandener Straßenbeleuchtung, um deren „Lichtabraum“ zu visualisieren. Ergänzt wird die Serie durch isolierte Portraits von Nachtfaltern vor schwarzem Hintergrund. Diese Gegenüberstellung schafft einen direkten Bezug zwischen Lebensraum und betroffenen Organismen und lenkt den Blick auf jene Arten, deren Verhalten und Lebenszyklen durch künstliches Licht direkt beeinflusst werden und die dem Betrachter/der Betrachterin normalerweise verborgen sind.
Kurzbiografie
Andrea Gatzke ist ausgebildete Fotografin und Kameraassistentin mit Stationen in Hannover, Stuttgart und Berlin. Nach dem Kamerastudium arbeitet sie Kamerafrau im non-fiktionalen Bereich sowie als Editorin und Fotografin.
Website: andreagatzke.de
Instagram: @andrea.gatzke



„Tajogaite – Gespaltener Berg“, Bernhard Moosbauer
Am 19. September 2021 öffnete sich der Schlund mit Feuer und Höllenlärm. Erst zwei Wochen zuvor waren wir auf La Palma angekommen – dieser wundersamen Insel im Atlantik – und wurden vom Ausbruch völlig überrascht. Die Eruption dauerte bis zum 13. Dezember und zerstörte laut Katasteramt mehr als 1.600 Gebäude, über 70 Kilometer Straßen und rund 370 Hektar Bananenplantagen. Heute scheint das Leben auf der kleinen Insel wieder „normal“ zu verlaufen: Neue Straßen führen über den erkalteten Lavastrom, ein Großteil der Versicherungsgelder wurde ausgezahlt, und die sichtbaren Spuren der Katastrophe wirken überwunden. Die Wirtschaftsleistung der Insel ist höher als je zuvor, und auch der Tourismus boomt wieder. Im Herbst 2025 fand in Los Llanos die Tajogaite-Konferenz statt, auf der die Ereignisse wissenschaftlich aus ökologischer, ökonomischer, soziologischer, geologischer und botanischer Perspektive untersucht wurden. Internationale Expertinnen und Experten diskutierten dort über die Zukunft der Insel. Inmitten dieser Gespräche entstand die Idee zu dem Buchprojekt „Tajogaite – Gespaltener Berg“ – einer vielschichtigen fotografischen Dokumentation des Ereignisses.
Kurzbiografie
Bernhard Moosbauer wuchs in Niederbayern auf. Nach Station in Würzburg (Designstudium mit Schwerpunkt Fotografie) hat er künstlerische Fotografie bei Prof. Timm Rautert an der HGB in Leipzig studiert. Seit 2001 arbeitet er als Fotograf in den Bereichen Corporate, Portrait und Architektur. Moosbauer war Mitgründer, Kurator und Künstler der Berliner Fotogalerie PAVLOV´S DOG, sowie Mitinitiator und Bildeditor der Plattform für Langformjournaismus WEEKLYS.
Website: exsample.org
Instagram: @zeixl_7000



„Lava schichten“, Evelyn Runge
Es ist nicht schwer, Überlebenden zu begegnen. Es braucht jedoch Zeit, sie zu erkennen. Zeit, bis sie aussprechen, wie sie den Vulkanausbruch in der Nacht zum 23. Januar 1973 erlebt und die Flucht von der Insel im Boot auf hoher See überlebt haben. Ein Mann erinnert sich nicht an Angst, als er den Lavaschein sah, sechs Jahre alt war er. Er erinnert sich an den Geruch auf dem Fischerboot, in dem seine Familie nach Island ablegte, und daran, dass er und sein Bruder sich übergaben: „In die Gummistiefel, die ein Seemann uns hinhielt.“ Eine Frau hängte am Vortag des Ausbruchs Wäsche auf, zwei Raben überkreisten sie und flogen dorthin, wo später das Eruptionsfeld war; sie taten dies zwei Mal, und die Frau erinnerte sich später an sie. Ein Vater brachte seine Familie zum Hafen und blieb selbst auf Heimaey, der größten der Westmännerinsel und der einzigen, die bewohnt ist.
Die Westmännerinsel liegen südlich von Island, dort, wo unterseeisch tektonische Platten auseinander driften. Zehn Jahre vor dem Ausbruch des Vulkans, am 14. November 1963, bemerkten Fischer auf See eine Rauchsäule – sie wurden Zeuge, wie Unterwasservulkane eine neue Insel formten: Surtsey darf seither nur von Wissenschaftler*innen betreten werden, die die Entwicklung von Flora und Fauna dokumentieren. Die Erosion hat längst begonnen.
Nach Heimaey sind zwei Drittel der Geflüchteten zurückgekehrt; heute zeigen Säulen in den Straßen an, wie hoch dort der schwarze Vulkanauswurf lag. Nicht alle Häuser wurden ausgegraben. Ein Teil der Stadt liegt unter mehr als 15 Meter hoher Lava, die Bäckerei der Großeltern, das Schwimmbad, komplette Häuser mit allem, was die Isländerinnen und Isländer hatten, Fotoalben, Kinderkleidung, Porzellan. Auf der Lava: feines Moos. Auf dem Gipfel des neuen Vulkans, genannt Eldfell: starker Wind. Auf dem neuen Teil der Insel, den die Lava ins Meer formte: eine landbasierte Lachszucht.
Meine Fotografie zeigt Schichten – der Vergangenheit und der Gegenwart; der menschlichen Gestaltgebung eines Lebensraumes, der nie den Menschen alleine gehört; der Erdzeitalter und der menschlichen Erinnerungen. Des Jetzt, in dem alles vorherige eingeschrieben ist.
Kurzbiografie
Evelyn Runge, Dr. phil., arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Fotografie und Journalismus. Sie ist assoziierte Forscherin am KWI Kulturwissenschaftliches Institut in Essen. Ausbildungen an der Deutschen Journalistenschule München, der VII Photo Agency in Arles (Frankreich) und der Internationalen Akademie für Photographie (Berlin). Publikationsschwerpunkte: Fotografie in Theorie, Praxis und Geschichte; Fotojournalismus und Politik; Visuelle (Auto-)Ethnografie; Medien- und Bildethik; Klimabilder; Bilder der Biodiversität.



„Kohabitation“, Kerstin Lingnau
Vergrämung ist überall. An jeder Fassade, an jeder Brücke, in jeder Stadt: Spikes, Netze, Drähte. Eine stille, kontinuierliche Praxis – kaum bemerkt, weil sie keine Ausnahme ist, sondern Norm. Wer einmal hinschaut, sieht sie überall. Wer nicht hinschaut, lebt selbstverständlich mit ihr. Stadttauben sind Nachkommen domestizierter Tiere. Vom Menschen geschaffen, vom Menschen verstoßen. Ringeltauben sind aus den Wäldern in die Stadt gezogen, weil dort etwas zu finden ist, was draußen knapper wird. Beide tragen die Spuren dieser Verschiebungen. Beiden wird mit denselben Methoden begegnet.
Mich interessieren nicht die großen Gesten, sondern die kleinen Antworten. Wie Tiere ihr Verhalten anpassen. Wo sie auftauchen, wo sie nicht mehr sind. Das Nest, das trotzdem entsteht – zwischen den Spikes, hinter dem Netz, im Zentimeter, der übrig bleibt.
Kurzbiografie
Kerstin Lingnau ist Naturfotografin und Unternehmerin. Seit 2024 ist sie Vollmitglied der GDT (Gesellschaft für Naturfotografie). In ihrer Naturfotografie setzt sie sich künstlerisch mit dem Lebensraum Moor auseinander. Ihre Bilder möchten die leise Lebendigkeit dieser Landschaft sichtbar machen und zu einer aufmerksamen Begegnung mit der Natur einladen. In ihrer Umweltfotografie interessiert sie die Beziehung zwischen Mensch und Tier und die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Tierwelt. Sie lebt und arbeitet im Münsterland.
Website: kerstinlingnaufotografie.de
Instagram: @kerstin_lingnau_fotografie



„Temporäre Landschaften“, Klara Śmiechowska
Es hat mit einer Autobahn Baustelle in der Nähe von meinem Wohnort angefangen… Mich faszinieren Landschaften, die von Menschen geschaffen oder verändert wurden. Die Fotografie ermöglicht es mir, sie festzuhalten und zu dokumentieren. Sie sind vergänglich, flüchtig. Es ist erstaunlich und beängstigend, was der Mensch anrichtet. Erde umwälzen, Berge aufschütten, tiefe Löcher graben – wie er die Landschaft beeinflusst und Natur zerstört. Die Orte, die du kanntest, verschwinden eines Tages einfach. Der Weg, den du beim Spaziergang mit deinem Hund nahmst, ist nicht mehr da. Tiere und Pflanzen müssen neue Orte finden, an die sie fliehen können.
Kurzbiografie
Klara Smiechowska ist bildende Künstlerin, Fotografiestudentin und Workshopleiterin; sie arbeitet mit Fotografie, traditionellen Drucktechniken und Keramik und findet ihre künstlerische Inspiration häufig in der Natur.
Instagram: @klaraspostcards



„Frauen für morgen“, Susanne Kambor
Noch immer sind die Leistungen von Frauen weniger sichtbar als die von Männern, auch im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit. Ob im Naturschutz, in der Umweltforschung, der Umweltbildung oder der Umweltpolitik – sie gestalten durch ihre Tätigkeit aktiv gesellschaftliche Veränderungen mit, um ein besseres Morgen zu ermöglichen.
Die Porträtserie zeigt stellvertretend einige dieser Frauen an Orten, die sie motivieren, inspirieren, ihnen Kraft geben oder eine besondere Bedeutung für ihr Engagement haben.
Von links nach rechts:
Prof. Dr. Uta Steinhardt, Professorin für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung und Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Dorit Visbeck-Liebers, Kuratorin und Ausstellungskoordinatorin am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund, Präsidentin der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft
Prof. Dr. Lilian Busse, Vizepräsidentin des Umweltbundesamt
Kurzbiografie
Susanne Kambor, geboren in der Uckermark, lebt und arbeitet in Dessau. Sie ist Naturfotografin und Vollmitglied der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT). Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen oft die kleinen und unspektakulären Momente in der Natur. Dabei ist sie besonders fasziniert von natürlichen Formen und Strukturen. Mit ihren Bildern möchte sie jedoch nicht nur die Schönheit der Natur sichtbar machen, sondern auch zum Innehalten und Nachdenken anregen. Durch ihre berufliche Tätigkeit im Umweltbereich rücken zunehmend Umweltaspekte in den Fokus ihrer fotografischen Arbeit. So verbindet sie künstlerischen Ausdruck mit einer sensiblen Auseinandersetzung mit Natur- und Umweltthemen.
Website: susannekambor.de
Instagram: @susannekambor



„Rußlinien – Grenzwerte im Wandel“, Jacqueline Hirscher
Vor dem Hintergrund des Foto-Seminars „Umweltfotografie: Bilder machen Zukunft“ der Internationalen Akademie für Photographie frage ich mich, wo mein eigener Alltag zur Umweltbelastung beiträgt. Zum Beispiel beim Heizen. Die Folgen meiner Entscheidungen landen im Schornstein – dort, wo Menschen wie mein Bruder täglich mit den Spuren unserer Wärme arbeiten. Da war es naheliegend, ihn einen Tag als Schornsteinfeger zu begleiten.
Der Schornsteinfegerberuf wandelt sich – von der manuellen Kaminpflege hin zur Kontrolle komplexer Anlagen, ihrer Emissionen und der damit verbundenen Grenzwerte. Werkzeuge für die klassische Arbeit am Schornstein wirken heute retro, sind aber noch im Einsatz, während digitale Messgeräte an Bedeutung gewinnen. In dieser Ausstellung fokussiere ich auf einen kleinen Ausschnitt dieses Wandels.
Beim Entfernen der Asche beschrieb mein Bruder den Ruß mit Sätzen wie: „schlecht geheizt, der Ruß klebt“ oder „zu viel Papier verbrannt“. Ich sah nur Staub – er las darin das Heizverhalten der Bewohner und die Umweltbelastung. Die in der Ausstellung gezeigten Proben reichen von feinem Staub bis zu klumpigem Ruß: Feinkörnig heißt, das Material ist weitgehend verbrannt; je gröber der Ruß, desto schlechter der Verbrennungsvorgang – und desto belastender für die Umwelt.
Daraus entstehen meine Fragen: Welche Spuren hinterlässt unser Heizen – in der Luft, im Reststoff und in den Biografien der Menschen, die damit arbeiten? Und was bedeutet in diesem Zusammenhang eigentlich „verantwortliches“ Heizen?
Die Bilder beschreiben einen Zustand in einer Zeit des Wandels: Sie folgen der Arbeit mit dem Ruß als Abfallprodukt von Wärme, die für uns selbstverständlich ist. Und vielleicht stellen sie am Ende die einfache Frage: Was bleibt – und was kommt danach?
Kurzbiografie
Jacqueline Hirscher, geboren in Berlin, entdeckte früh ihre Leidenschaft für die Fotografie. Nach ersten Workshops absolvierte sie 2011 ein Langzeitseminar an der Ostkreuzschule bei Katharina Mouratidi. Es folgten verschiedene Projekte und Ausstellungen, die sich vor allem mit Menschen beschäftigten, die in ihrem unmittelbaren Umfeld mit Einschränkungen zu tun hatten. Und bereits einen klar dokumentarischen Blick erkennen ließen. 2020 vertiefte sie diesen Ansatz in einem Jahresseminar für Dokumentarfotografie bei Andreas Herzau. 2025/2026 nahm sie am Seminar „Umweltfotografie: Bilder machen Zukunft“ der Internationalen Akademie für Photographie teil, in dessen Rahmen neue fotografische Sichtweisen auf gesellschaftliche und räumliche Umweltveränderungen entwickelt wurden.
Website: jacqueline-hirscher.de
Instagram: @jackyhirscher



„Bryophytopia“, Jörg Busch
Die Welt der Moose besteht seit ca. 500 Millionen Jahren. Ihren faszinierenden Eigenschaften verdanken sie das Besiedeln aller Kontinente und das Überstehen aller bisherigen Massenaussterben. Trotzdem stehen einzelne Arten der Moose, durch Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung, vor dem Aussterben.
Viele denken beim Thema Moos an Beseitigung mit Hochdruckreiniger oder mechanischen und chemischen Mitteln. Obwohl Moose einzigartige Eigenschaften haben. Stellen, versteckt oder schwer zugänglich, sind sichere Habitate. Dort können sie auch mitten in der Stadt ihre Schönheit zeigen – nur für die meisten unentdeckt! Dem Ceratodon purpureus wird die beste Überlebenschance nach einer totalen, atomaren Katastrophe vorhergesagt, sogar besser als irgendeine gleichartige oder höher entwickelte Pflanze. Nach neuesten Forschungsergebnissen könnte Moos der Gattung Syntrichia für die Besiedelung des Mars geeignet sein und langfristig die Atmosphäre mit Sauerstoff anreichern. Es kann einen Monat bei -196°C und sogar 5 Jahre bei -80°C überleben. Auch die hohe Gamma-Strahlung, für Menschen und meisten Pflanzen tödlich, steigert das Wachstum.
Die Moose stehen damit, auch nach 500 Millionen Jahren, noch immer am Anfang ihrer Erfolgsgeschichte.
Kurzbiografie
Jörg Busch studierte Maschinenbau und promovierte in Stuttgart. Er arbeitete als Wissenschaftler und im Entwicklungsbereich Innovation. Über die Naturfotografie kam er zur Umweltfotografie (IAPh). Mit seinen Bildern möchte er die Schönheit und die faszinierenden Eigenschaften der Natur zeigen und so zu einem besseren Umgang mit der Natur anregen. Jörg Busch lebt und arbeitet auf der schwäbischen Alb in der Nähe von Heidenheim.
Website: busch-foto.de (in Vorbereitung)
Instagram: @buschfoto



„Relocated (Present) & Relocated (Future Present)“, Katharina Kuß
Rügens Küste erscheint auf den ersten Blick als ikonische Landschaft aus Kreidefelsen und Steilküsten – tatsächlich ist sie das Ergebnis fortwährender geologischer Prozesse. Kreideabbrüche, Sandstrände, Boddenufer und kiesige Steilküsten greifen ineinander und machen die Küste zu einem dynamischen, vielgestaltigen und zugleich verletzlichen System.
Steigende Meeresspiegel und veränderte Umweltbedingungen verstärken diese Dynamik. Küstenrückgang und Landverlust nehmen zu. Was lokal sichtbar wird, verweist auf einen globalen Zusammenhang: Küstenräume werden zu Zonen permanenter Aushandlung – zwischen Land und Meer, menschlicher Nutzung und den Kräften der Natur.
Relocated (Present) dokumentiert Momente dieser Veränderung. Durch Erosion, Sturmfluten und steigende Wasserstände werden Elemente menschlicher Ordnung verlagert: Hänge rutschen ab, Küstenlinien verschieben sich, Wege, Zäune und Infrastruktur tauchen an anderen Orten wieder auf. Was als dauerhaft gedacht war, erweist sich als temporär.
Ausgehend von diesen Beobachtungen entstand die Serie Relocated (Future Present). Die Künstlerin besuchte Orte ihrer Heimat, die künftig durch Küstenabbrüche und Landverlust verschwunden sein könnten. Die dort entstandenen Fotografien überließ sie einem Prozess der Auflösung im Meerwasser. Zurück bleiben sedimentartige Bildstrukturen – Fragmente zwischen Fotografie und Erinnerung. Was einst Bedeutung trug, zerfällt zu Material und Licht.
Zwischen Relocated (Present) und Relocated (Future Present) entsteht ein Bildraum, in dem Gegenwart, Erinnerung und zukünftige Veränderung ineinander übergehen.
Kurzbiografie
Katharina Kuß ist Gestalterin, Umweltfotografin und Fotokünstlerin. Geboren an der Ostseeküste und aufgewachsen in Berlin, reiste sie viele Jahre als digitale Nomadin quer durch Europa, um schließlich zu ihren Wurzeln zurückzukehren. Heute lebt und arbeitet sie auf der schönen Insel Rügen. Sie studierte an der Akademie für angewandte Photographie in Graz sowie an der Internationalen Akademie für Photographie in Berlin und unterrichtete Kreative Fotografie an den Jugendkunstschulen Vorpommern-Rügen. Ihr kreativer Fokus liegt auf der Verbindung von Natur, Emotion und Schönheit – an, auf und in der Ostsee. Sie liebt es, Momente und Stimmungen einzufangen, die Ruhe vermitteln und Raum zum Denken und Fühlen lassen.
Website: katharinakuss.com
Instagram: @fraukuss



Wie Tiere Tiere schützen“, Melanie Vollmer
Wie Tiere Tiere schützen. Die Arbeit von Artenspürhunden setzt da ein, wo unserem Sehen Grenzen gesetzt sind. Viele Tier- und Pflanzenarten sind in ihrer Existenz stark bedroht. Um sie schützen und erhalten zu können, braucht es Daten zu ihrem Vorkommen und ihrer Verbreitung. Doch gerade seltene Arten sind meist nur schwer und aufwändig durch den Menschen zu erfassen, denn der Mensch ist auf das Seh- und Hörbare begrenzt.
Hier setzt die Arbeit mit speziell ausgebildeten Artenspürhunden an, deren Nase 100 Millionen Mal empfindlicher ist als die Nase des Menschen und verschiedenste Gerüche selbst kleinsten Konzentrationen differenzieren, räumlich lokalisieren und sogar unter der Erde wahrnehmen kann. In intensivem Training werden die Artenspürhunde auf ihre jeweiligen Zielarten trainiert und leisten dann mit jedem angezeigten Fund ihren ganz eigenen Beitrag für besseres Wissen zum Schutz und Erhalt der Biodiversität.
Essenziell für die Spürhundearbeit ist neben dem Training die Interaktion und enge Beziehung zwischen Spürhund und Spürhundeführer:in.
Die fotografische Arbeit begleitet 4 Artenspürhunde und ihre Spürhundeführerinnen beim Training an den Zielarten Fischotter, Kamm- und Teichmolche sowie bodenbewohnenden Käfern.
Kurzbiografie
Melanie Vollmer studierte Geografie in Bonn und lebt im Rhein-Sieg-Kreis.
Sie arbeitet als Gewässerstrukturgütekartiererin und Fachexpertin für umweltfachliche und genehmigungsrechtliche Standards im Bereich erneuerbarer Energien und bearbeitet im Schwerpunkt neue Ansätze in der Kartiermethodik für Flora und Fauna. 2025 begann sie das Seminar Umweltfotografie an der Internationalen Akademie für Photographie (IAPh e.V.). In ihrer Fotografie möchte sie über naturschutzbezogene Sachverhalte informieren und Neugier auf intensivere Auseinandersetzung mit der Umwelt wecken.
Instagram: @millavollmer



„Scham. (Die Natur schämt sich nicht.)“, Susan Braune
Scham ist ein unsichtbares Gift. Sie prägt, wie Menschen sich selbst wahrnehmen, wie sie handeln und wie sie der Welt begegnen. Sie zeigt sich in Rückzug, Sprachlosigkeit, Angst, Depression, Perfektionismus, Überanpassung oder Zorn. Oft bleibt sie verborgen und wirkt dennoch tief. Die Arbeit untersucht Scham nicht nur als individuelles Gefühl, sondern auch als gesellschaftliche Kraft, die den Umgang mit Körpern, Nähe und Natur beeinflusst. Während Menschen sich verbergen, kontrollieren und anpassen, existiert die Natur jenseits von Bewertung und moralischem Urteil. Sie wächst, vergeht, blüht und verwildert ohne Scham. In der fotografischen Gegenüberstellung von Mensch, Tier und Landschaft entstehen fragile Verbindungen zwischen Verletzlichkeit und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Zuschreibung und natürlicher Präsenz. Die Serie fragt danach, was sichtbar werden könnte, wenn Scham ihren Einfluss verliert.
Kurzbiografie
Susan Braune lebt in Sachsen auf einen Bauernhof. Nach vielen Berufsjahren im Bankwesen und in der Landwirtschaft widmet sie sich heute der Fotografie. In ihren Arbeiten richtet sie den Blick auf das Übersehene und verbindet Naturbeobachtungen mit persönlichen und gesellschaftlichen Fragen
Website: susan-braune.de
Instagram: @susanbraune



„Par(t)s pro Toto“, Monika Rummler
Eis ist allgegenwärtig und wird wie selbstverständlich angesehen. Im Alltag nutzen wir Eiswürfel, wir gehen Eis essen oder rutschen im Winter auf Eispfützen aus.Medien transportieren es in unsere Wohnungen als schmelzende Gletscher, Polkappen und tauenden Permafrost. Im Weltall reist es auf interstellaren Staubpartikeln, in Form von eisigen Staubbällen als Kometen oder in Meteoriten – in diesem Eis könnten die Bausteine des Lebens auf der Erde entstanden sein. Eis wird im Weltraum für eine neue Lebensgrundlage oder als Element für habitable Planeten gesucht. In seiner reinen Form ist Eis transparent, ändert aber seine Farbe mit dem Luft- oder Materialgehalt. Um auf der Erde Eis künstlich herzustellen oder etwas mittels Eis zu konservieren werden Energie oder Eiskeime benötigt. Die experimentelle Serie fächert mannigfache Formen und Bedeutungen von Eis wie ein Prisma mit nachhaltigen Mitteln auf.
Kurzbiografie
Monika Rummler möchte mehr als ein ambitioniertes Hobby aus ihrer Fotografie machen und sie mit ihren Kenntnissen aus ihrer früheren, auch schreibenden, Tätigkeit im Bildungsbereich verbinden. Mit ihren Fotografien dokumentiert sie tagebuchartig Erlebnisse, Ereignisse und Einsichten aus ihrem Alltag und ihren Fantasien. Sie lebt in Berlin und durchstreift hier und anderswo gerne fotografierend zu Fuß und per Auto ihre Umgebung.
Kontakt: monika.jh.rummler@gmail.com


